Gemeinsam mit seinen Partnern ist FAIRTIQ stolz darauf, für den Transport Ticketing Global Award in der Kategorie Best Commercial Strategy Initiative nominiert zu sein. Die Nominierung würdigt die Zusammenarbeit zwischen den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB), dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und FAIRTIQ, die darauf abzielt, die Fahrgastzahlen durch das digitale Tarifsystem eezy.nrw zu steigern.
Im Kern steht eine einfache Idee: Wenn Ticketing einfacher wird, nutzen mehr Menschen den öffentlichen Personennahverkehr.
In Nordrhein-Westfalen ist das klassische Tarifsystem durch mehrere Preisstufen und zahlreiche Ticketarten geprägt. Für Gelegenheitsfahrende kann es schnell unübersichtlich und herausfordernd werden, das passende Ticket für eine bestimmte Fahrt zu finden.
Um diese Herausforderung zu lösen, haben Verkehrsverbünde und Verkehrsunternehmen eezy.nrw eingeführt: ein innovatives digitales Tarifsystem auf Basis von mobile pay-as-you-go (MPAYG) und einem Luftlinientarif. Fahrgäste starten und beenden ihre Fahrt einfach mit einem Swipe in der App. Der korrekte Preis wird automatisch anhand der zurückgelegten Strecke berechnet.
Damit entfällt die Suche nach dem richtigen Ticket im Voraus und der Zugang zum ÖPNV wird deutlich einfacher.
„Als Pilotprojekt von VRS, KVB und FAIRTIQ gestartet ist eezy.nrw eine Erfolgsgeschichte mit Vorbildcharakter für Ticketinglösungen in ganz Deutschland. eezy.nrw ist aus der ÖPNV-Landschaft NRWs nicht mehr wegzudenken und fährt einen Rekord nach dem anderen ein. Eine Auszeichnung mit dem TTG-Award wäre eine tolle Anerkennung dieser Gemeinschaftsleistung von VRS, KVB und FAIRTIQ. Für die anstehende Preisverleihung in London drücke ich allen, die am Projekt beteiligt waren und sind, die Daumen.“
Geschäftsführer Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS)
Ein neues Ticketing-Modell einzuführen ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, Fahrgäste dazu zu bewegen, es auch auszuprobieren. Dafür braucht es eine starke kommerzielle Strategie.
KVB und VRS setzten deshalb auf einen kampagnenbasierten Ansatz, der sowohl neue Nutzende gewinnen als auch bestehende Nutzende zu häufigeren Fahrten motivieren sollte. Die Kampagnen wurden vom Black Friday bis zum Kölner Karneval gezielt an große lokale Veranstaltungen und saisonale Anlässe gekoppelt. Zu den Aktionen gehörten unter anderem kostenlose Fahrtage, Zwei-für-eins-Angebote sowie gezielte Rabatte. Jede Kampagne wurde durch Vor-Ort-Aktivierungen und digitale Marketingmaßnahmen begleitet.
Dieser Test-and-Learn-Ansatz half den Partnern zu verstehen, welche Anreize bei Fahrgästen besonders gut ankommen.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, welches Potenzial in der Kombination aus mobile pay-as-you-go-Ticketing und einer datenbasierten kommerziellen Strategie steckt.
Bis Januar 2026 hat sich die Zahl der aktiven Nutzenden in den Apps im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Heute entfallen sieben Prozent der Einnahmen aus Fahrten ohne Abonnements in Nordrhein-Westfalen auf eezy.nrw.
Eine Kampagne während der Karnevalswoche führte zu mehr als 3.000 Aktivierungen und über 1.500 neuen Nutzenden. Mehr als 80 Prozent von ihnen nutzten die App auch Monate später noch. Das zeigt: Wer das System einmal ausprobiert hat, bleibt dabei.
Für KVB, VRS und FAIRTIQ ist die Erkenntnis eindeutig: Digitales Ticketing allein sorgt noch nicht für eine breite Nutzung. Erst eine durchdachte kommerzielle Strategie entfaltet sein volles Potenzial.
Durch die Kombination von mobile pay-as-you-go-Ticketing mit gezielten Kampagnen und datengestützten Erkenntnissen können Verkehrsunternehmen Gelegenheitsfahrende zu regelmäßigen Nutzenden entwickeln.
Denn steigende Fahrgastzahlen beginnen oft mit einem einfachen Schritt: den Einstieg in den ÖPNV so einfach wie möglich zu gestalten.