Rejsekort & Rejseplan A/S wurde für zwei Transport Ticketing Global Awards nominiert: „National Integrated Ticketing“ und „Best Equity & Inclusion Initiative“. Die Nominierungen würdigen die Transformation des dänischen Ticketing-Systems im öffentlichen Verkehr durch die neue Rejsekort-App, entwickelt mit der mobile pay-as-you-go (MPAYG)-Technologie von FAIRTIQ.
Im Zentrum der Initiative steht eine klare Vision: ein nationales Ticketing-System zu schaffen, das einfach, digital und für alle zugänglich ist.
Über viele Jahre hinweg bildete Rejsekort das Rückgrat des Ticketings im dänischen öffentlichen Verkehr: über Busse, Züge, Metros und Straßenbahnen hinweg. Doch das bestehende System auf Basis einer Smartcard näherte sich zunehmend dem Ende seines technischen Lebenszyklus.
Für Fahrgäste bedeutete das ganz praktische Herausforderungen: etwa daran denken zu müssen, beim Aussteigen auszuchecken, um Geldstrafen zu vermeiden oder sich zwischen mehreren regionalen Ticketing-Apps zurechtzufinden. Gleichzeitig wäre ein Austausch der landesweiten Hardware-Infrastruktur komplex und kostspielig gewesen.
Rejsekort entschied sich deshalb für einen anderen Weg: eine mobile-first nationale Ticketing-Plattform, die das Reisen vereinfacht und zugleich flexibel für zukünftige Entwicklungen bleibt.
Das Ergebnis ist die landesweite, von FAIRTIQ entwickelte Reisekort-App.
Für Fahrgäste ist die Nutzung denkbar einfach: Sie starten und beenden ihre Reise mit einem einfachen Swipe in der App. Das System berechnet automatisch den korrekten Fahrpreis. Die Auswahl eines Tickets oder das Navigieren durch komplexe Tarifstrukturen entfällt.
Die Entscheidung für eine softwarebasierte Lösung ermöglichte es Rejsekort zudem, schnell voranzukommen. Die neue nationale App wurde nur sechs Monate nach Vertragsunterzeichnung termingerecht und im geplanten Budget eingeführt. Da das System nicht von kostenintensiver Hardware abhängt, lassen sich Updates und neue Funktionen schnell und kosteneffizient einführen.
Von Beginn an war Barrierefreiheit ein zentrales Designelement. Die Reisekort-App umfasst Funktionen wie die Kompatibilität mit Screenreadern sowie eine vereinfachte Navigation für Fahrgäste mit eingeschränkter Feinmotorik. Ermäßigungen für Kinder, Rentnerinnen und Rentner sowie für Reisende mit Beeinträchtigungen werden automatisch berücksichtigt.
Gleichzeitig berücksichtigt Rejsekort eine wichtige Realität: Digitale Inklusion bedeutet auch Wahlfreiheit. Rund zehn Prozent der Fahrgäste nutzen bewusst kein Smartphone oder haben keinen Zugang dazu.
Für diese Gruppe führt Rejsekort die Basiskort ein, eine kartenbasierte pay-as-you-go-Lösung, die auf derselben Backend-Infrastruktur wie die App basiert. So bleibt das nationale System mobile-first, ist jedoch weiterhin für alle Fahrgäste zugänglich.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass dieser Ansatz bei den Fahrgästen Anklang findet.
Seit dem Start hat die Reisekort-App mehr als 60 Millionen Fahrten ermöglicht und innerhalb von 18 Monaten einen Marktanteil von über 50 % erreicht. Heute nutzen rund 945.000 Fahrgäste die App jeden Monat, und 90 % von ihnen sagen, dass sie den öffentlichen Verkehr damit einfacher nutzen können.
Ebenso wichtig: Das neue App-System wurde zu nur der Hälfte der Kosten umgesetzt, die für den Ersatz der bisherigen, stark hardwarebasierten Infrastruktur angefallen wären.
Der Ansatz von Rejsekort zeigt, dass ein landesweit integriertes Ticketing-System digital und inklusiv zugleich sein kann.
Durch die Kombination einer mobile-first Plattform mit alternativen Zugangsmöglichkeiten entsteht in Dänemark ein Ticketing-System, das im gesamten Netz funktioniert – und für alle Fahrgäste.