Das kontaktlose System in London wird dafür geschätzt, dass es müheloses Reisen, automatische Bestpreisberechnung und Fahrpreisobergrenzen ermöglicht. Aber hängen diese Vorteile wirklich mit der einer physischen Karte zusammen?
In seinem jüngsten Bericht argumentiert Thomas Ableman, ehemaliger Direktor für Strategie und Innovation bei Transport for London (TfL), dass sieben der acht Vorteile, die Fahrgäste schätzen, auf das kontobasierte Postpaid-Modell in London zurückzuführen sind – und nicht auf das kontaktlose Bezahlen an sich. Der verbleibende Vorteil besteht darin, mit etwas zu reisen, das die Menschen ohnehin schon bei sich tragen. Als das Londoner System konzipiert wurde, war das eine Karte. Heute ist es ein Smartphone.
Thomas plädiert daher für „Mobile Pay-As-You-Go“ (MPAYG): das gleiche mühelose Erlebnis, mit lückenloser Fahrtenerfassung, Fahrgastkommunikation in Echtzeit und weniger physischer Infrastruktur. Anhand von Beispielen auf nationaler Ebene aus der Schweiz und Dänemark bietet der Bericht Verkehrsbehörden und -betreibern in Europa und darüber hinaus praktische Leitlinien für eine effiziente, nachhaltige und groß angelegte Modernisierung des Ticketings.
Dieser Bericht wurde von FAIRTIQ in Auftrag gegeben. Er wurde unter der vollständigen redaktionellen Kontrolle von Thomas Ableman verfasst, und die Argumente, Einschätzungen sowie etwaige Fehler sind seine Verantwortung. FAIRTIQ hat den Bericht vor der Veröffentlichung eingesehen (ebenso wie andere zitierte Organisationen, beispielsweise Rejsekort) und konnte sachliche Angaben zu den eigenen Produkten und Implementierungen korrigieren; die Schlussfolgerungen wurden jedoch nicht von FAIRTIQ vorgegeben. Bei der Erstellung des Berichts interviewte Thomas Ableman unter anderem: Alex Hornby (Northern), Adrian McMullan (Transport for London), Paul Bowden (Rail Delivery Group), Lucy Dean (Great British Railways Transition Team), John Henshall (TravelMaster), Tina Hørbye Christensen (Rejsekort & Rejseplan), Chris Williams (Transport for Wales), Andreas Sigloch (Baden-Württemberg), Dorthe Noehr (Movia) und Suzanne Hutchinson (SYMCA). In einigen Fällen dienten diese Interviews dazu, Feedback zu den Erfahrungen mit MPAYG einzuholen; in anderen Fällen ging es darum, wahrgenommene Herausforderungen und Hindernisse zu erfragen, um Lösungen zu erarbeiten. Einige Interviews wurden unter der Voraussetzung geführt, dass die Äußerungen nicht namentlich zugeordnet werden.