FAIRTIQ, RMV und IDZK treiben Be-In/Be-Out-Ticketing mit EU-gefördertem EIT-Projekt voran

15. September 2026 FAIRTIQ, RMV und IDZK treiben Be-In/Be-Out-Ticketing mit EU-gefördertem EIT-Projekt voran

  • BIBO Next validiert einen softwarebasierten Ansatz ohne Beacons in den Fahrzeugen und schafft damit die Grundlage für die nächste Generation des Be-In/Be-Out-Ticketings (BIBO) und dessen breiteren Einsatz in Europa.

Bern, Schweiz – 15.09.2026 – FAIRTIQ erhält gemeinsam mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV, Deutschland) und IDZK (Integrierter Verkehr der Region Zlín, Tschechien) eine Förderung im Rahmen des EIT Urban Mobility Strategic Innovation Open Call 2026 für BIBO Next. Das zweijährige Projekt (September 2026 bis August 2028) wird die nächste Generation des nahtlosen Ticketings auf Basis von Be-In/Be-Out (BIBO) weiterentwickeln und validieren. Ziel ist es, die Technologie für den kommerziellen Einsatz in ganz Europa vorzubereiten und eine skalierbare, nachhaltige und nutzerorientierte Lösung für den ÖPNV zu schaffen.

Eine zentrale Innovation ist die Validierung eines softwarebasierten Ansatzes, der ohne Beacons in den Fahrzeugen auskommt. Der geringere Bedarf an Hardware an Bord macht die Einführung von BIBO-Ticketing für Verkehrsunternehmen und -verbünde einfacher und kosteneffizienter. Gleichzeitig wird das Projekt die Leistungsfähigkeit der Technologie in unterschiedlichen Verkehrssystemen und regulatorischen Rahmenbedingungen untersuchen und sie so auf einen breiteren kommerziellen Einsatz vorbereiten.

BIBO auf dem Weg zur nächsten Generation

BIBO Next baut auf der Einfachheit von Mobile Pay-As-You-Go auf und geht einen entscheidenden Schritt weiter: Fahrgäste müssen während ihrer Fahrt nicht mehr aktiv mit ihrem Smartphone interagieren. Im Rahmen des Projekts wird ein BIBO-Nutzungserlebnis entwickelt und validiert, das Fahrten automatisch erkennt und den richtigen Preis berechnet. Gleichzeitig wird untersucht, wie zuverlässig die Technologie unter unterschiedlichen betrieblichen und regulatorischen Bedingungen sowie für verschiedene Fahrgastgruppen im europäischen ÖPNV funktioniert.

Die Vision: Ticketing soll im Hintergrund verschwinden und damit eine weitere Hürde zwischen Fahrgästen und dem ÖPNV beseitigen. Besonders für Vielfahrende wird das Reisen dadurch einfacher. Gleichzeitig profitieren alle – darunter Gelegenheitsfahrende, Tourist, Familien, ältere Fahrgäste und Personen mit eingeschränkter Mobilität – von dem Komfort und der Sicherheit, die man sonst mit einem ÖPNV-Abo verbindet. Für Verkehrsunternehmen und -verbünde bietet BIBO zudem das Potenzial, Fahrten ohne gültige Fahrkarte und vergessene Check-ins zu reduzieren, betriebliche Abläufe zu vereinfachen und ein noch nahtloseres Kundenerlebnis zu ermöglichen.

Von Schweizer Technologieentwicklung zum Einsatz in Europa

BIBO Next baut auf der laufenden Weiterentwicklung der Be-In/Be-Out-Kerntechnologie von FAIRTIQ in der Schweiz auf. Diese wird derzeit im Rahmen des FAIRTIQ GO Piloten gemeinsam mit zehn Schweizer ÖV-Partnern erprobt.

Während die Aktivitäten in der Schweiz auf die zugrunde liegende Technologie fokussieren, bereitet BIBO Next die Lösung auf einen breiteren Einsatz in Europa vor. Dazu wird sie an unterschiedliche betriebliche Rahmenbedingungen angepasst und weiter optimiert – ohne dass zusätzliche Hardware in den Fahrzeugen erforderlich ist. Neben der technischen Validierung stärkt das Projekt auch die Marktreife: durch Nutzerforschung, eine verbesserte Partnerintegration über das BIBO Software Development Kit (SDK) sowie die Untersuchung unterschiedlicher Erwartungen der Fahrgäste an Datenschutz und Barrierefreiheit.

Praxistests in Deutschland und Tschechien

BIBO Next wird in zwei sich ergänzenden Pilotregionen validiert: im Rhein-Main-Gebiet mit dem RMV und in der Region Zlín mit IDZK. Gemeinsam untersuchen die Projektpartner die technische Leistungsfähigkeit, die Akzeptanz bei Fahrgästen und die betriebliche Umsetzbarkeit in unterschiedlichen Verkehrssystemen und für verschiedene Nutzendengruppen.

Die Erprobung in zwei europäischen Märkten mit unterschiedlichen Strukturen und regulatorischen Rahmenbedingungen soll dem Konsortium zeigen, wie BIBO optimal an verschiedene Anforderungen angepasst werden kann. Dabei untersuchen die Pilotprojekte auch die Erwartungen der Nutzenden an Datenschutz und Vertrauen. So soll sichergestellt werden, dass die Technologie den Bedürfnissen von Fahrgästen, Verkehrsunternehmen und -verbünden in ganz Europa gerecht wird.

Gian-Mattia Schucan, Gründer und Co-CEO von FAIRTIQ, sagt:

„Der nächste Schritt im digitalen Ticketing besteht nicht einfach darin, den Ticketkauf noch einfacher zu machen. Es geht darum, den Ticketing-Prozess praktisch vollständig verschwinden zu lassen. Mit BIBO Next gehen wir dieser Vision einen entscheidenden Schritt näher und bereiten BIBO-Ticketing auf den Einsatz in ganz Europa vor. Gemeinsam mit RMV und IDZK wollen wir zeigen, dass die Technologie in unterschiedlichen Verkehrssystemen, bei unterschiedlichen Erwartungen der Fahrgäste und unter verschiedenen regulatorischen Rahmenbedingungen zuverlässig funktioniert. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für den kommerziellen Einsatz.“

Thomas Kern, Geschäftsbereichsleiter Marketing, Vertrieb und Innovation des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, sagt:

„Fahrgäste erwarten einen einfachen Zugang zum ÖPNV. BIBO-Ticketing kann eine der grössten Hürden bei der Nutzung beseitigen und auch Gelegenheitsnutzern einen Komfort bieten, wie ihn sonst nur Abonnenten kennen – gleichzeitig muss die Lösung für Verbünde und Verkehrsunternehmen praxistauglich sein. BIBO Next ermöglicht es uns, einen Ansatz ohne Beacons in einem großen Verbundraum mit sowohl großstädtisch, als auch ländlich geprägten Gebieten zu validieren und zu untersuchen, wie sich die Technologie unter realen Bedingungen skalieren lässt.“

Ing. Martin Richtar, Geschäftsführer von Integrierter Verkehr der Region Zlín (IDZK), ergänzt:

„Innovationen im öffentlichen Verkehr sind dann erfolgreich, wenn sie in europäischer Zusammenarbeit entwickelt und unter realen Bedingungen getestet werden. Mit BIBO Next in der Region Zlín können wir untersuchen, wie eine Be-In/Be-Out-Lösung ohne Beacons in einem anderen betrieblichen Umfeld funktioniert. Gleichzeitig gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse aus der Umsetzung in einer stärker ländlich und regional geprägten Region. Im Zusammenspiel mit den Erfahrungen aus dem metropolitanen Umfeld des RMV entsteht ein wichtiger Vergleich, der uns hilft, die Leistungsfähigkeit der Technologie in unterschiedlichen ÖPNV-Kontexten besser zu verstehen. Wir freuen uns darauf, gemeinsam eine Zukunft mitzugestalten, in der Reisen mit dem ÖPNV noch nahtloser und intuitiver wird.“

BIBO auf dem Weg in den europäischen Markt

BIBO Next soll die BIBO-Technologie gezielt in Richtung kommerzieller Einsatz führen. FAIRTIQ strebt gemeinsam mit EIT die erste kommerzielle Implementierung noch während der Projektlaufzeit an. Die Einbindung in das EIT-Urban-Mobility-Ökosystem unterstützt dieses Ziel, indem sie die Projektpartner mit Städten und Verkehrsunternehmen in ganz Europa vernetzt.

Indem BIBO Next den Zugang zum ÖPNV vereinfacht, trägt das Projekt zur Mission von EIT Urban Mobility für eine nachhaltige Mobilität bei. Die Lösung senkt insbesondere für Gelegenheitsfahrende und Personen mit eingeschränkter Mobilität die Zugangshürden und unterstützt damit das europäische Ziel eines stärker nutzerorientierten öffentlichen Verkehrs.

Hinweise für Redaktionen

BIBO-Next-Partner auf der InnoTrans treffen

FAIRTIQ, RMV und IDZK stellen BIBO Next auf der InnoTrans 2026 in Berlin vor. Vertreter:innen des Projektkonsortiums stehen am 24.09.2026 um 14:00 Uhr in Halle 2.1, Stand 500 für Gespräche über BIBO Next, die Zukunft des Be-In/Be-Out-Ticketings und den Weg des Projekts zum kommerziellen Einsatz in Europa zur Verfügung.

 

Über FAIRTIQ

Mit mehr als 400 Millionen Fahrten hat sich FAIRTIQ als weltweit führender Anbieter und Pionier für Postpaid-Ticketing und Mobile-Pay-As-You-Go-Lösungen (MPAYG) etabliert. Die Plattform zählt monatlich mehr als eine Million aktive Nutzende und ist derzeit in 13 Ländern verfügbar: in der Schweiz, Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Tschechien, Liechtenstein, der Slowakei und im Vereinigten Königreich. In 27 Regionen macht die App den öffentlichen Verkehr auf regionaler Ebene zugänglicher und einfacher nutzbar und bietet zugleich in drei Ländern eine landesweite Abdeckung. Führende Verkehrsunternehmen und -organisationen setzen auf die Lösungen von FAIRTIQ, während das Unternehmen seine internationale Präsenz und seine globale Nutzungsbasis weiter ausbaut.

Über den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV)

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ist einer der größten Verkehrsverbünde Deutschlands. Er koordiniert den regionalen Bus- und Bahnverkehr auf einer Fläche von rund 14.000 km², die etwa zwei Drittel Hessens umfasst und in der rund fünf Millionen Menschen leben. Zu den Aufgaben des RMV gehören unter anderem die Tarifgestaltung, die Fahrplanplanung, die Vergabe von Verkehrsleistungen, die Weiterentwicklung des Verkehrsnetzes sowie die Sicherung von Qualitätsstandards. Im gesamten Verbundgebiet gilt ein einheitlicher Tarif.

Über den Integrierten Verkehr der Region Zlín

Der Integrierte Verkehr der Region Zlín (IDZK) vernetzt die öffentlichen Verkehrsangebote in der Region Zlín und darüber hinaus. Das integrierte Verkehrssystem verbindet Busse, Regional- und Fernverkehrszüge sowie den städtischen Nahverkehr in einem gemeinsamen Tarifsystem mit aufeinander abgestimmten Fahrplänen und Anschlüssen. Für die Organisation und Weiterentwicklung des Systems ist KOVED, die Verkehrsbehörde der Region Zlín, verantwortlich. Ziel ist es, einen komfortablen und wettbewerbsfähigen öffentlichen Verkehr anzubieten und damit zur Lebensqualität in der Region beizutragen.